Top 10 der europäischen Länder mit den meisten Neuzulassungen bei Elektroautos

Das Thema E-Mobilität wird zwar öffentlich diskutiert, doch den erwarteten Durchbruch gab es bislang nicht. Die Zahl der Neuzulassungen bei Elektroautos, Plug-in-Hybrid-Systemen und Range-Extender nimmt zwar jährlich zu, doch liegt ihr Marktanteil in den meisten Ländern noch unter einem Prozent. Die europäischen Länder mit den häufigsten Zulassungen listen wir nun in unserer Top 10 auf.

1. Frankreich

Frankreich liegt bei den Neuzulassungen von Elektroautos mit 953 Fahrzeugen auf Platz zwei in Europa. Am 09. Februar 2009 veröffentlichte die französische Regierung den „Pacte Automobile“, in dem die Ziele und Absichten bei der Entwicklung von Elektromobilität festgelegt wurden. Neben Fördergeldern wurde dabei die Gründung einer Arbeitsgruppe für den Ausbau der Infrastruktur beschlossen. Kürzlich gab Frankreichs Industrieminister außerdem bekannt, dass die aktuelle Kaufprämie für Elektroautos in Höhe von 5.000 Euro über das Jahr 2012 hinaus verlängert wird – was nicht zuletzt der nationalen Autoindustrie zugute kommen soll. Darüber hinaus treibt der Staat die Verbreitung von Elektroautos durch Sammelbestellungen voran, die in Paris bereitgestellt und von den Bewohnern der französischen Hauptstadt geliehen werden können. Dazu wurde im Dezember 2011 ein öffentliches Leihsystem mit 250 Fahrzeugen aufgestellt. Im Sommer 2012 sollen hier 3.000 Autos ausgeliehen werden können.

2. Norwegen

Norwegen belohnt Käufer von Elektroautos durch zahlreiche Vergünstigungen: Beim Kauf eines Elektroautos entfällt sowohl die Neuwagensteuer als auch die Mehrwertsteuer (25 Prozent) sowie weitere steuerliche Abgaben. Fährüberfahrten innerhalb Norwegens sind seit 2009 kostenlos, Elektroautos dürfen kostenlos auf öffentlichen Parkplätzen parken, die Fahrspur für den öffentlichen Nahverkehr nutzen und sind von innerstädtischen Mautzahlungen befreit. Die im Jahr 2011 erfolgten 850 Neuzulassungen wurden 2012 bereits Mitte des Jahres übertroffen. Nissan alleine konnte in der ersten Jahreshälfte mehr als 1.000 Elektrofahrzeuge in Norwegen verkaufen.

3. Deutschland

Lieber Strom statt Benzin oder Diesel? Noch ist die E-Mobilität nur sehr gering verbreitet. Foto: Semen Grinberg / pixelio.de

Nach Vorstellung der Bundesregierung sollen im Jahr 2020 bereits eine Million Elektrofahrzeuge auf den deutschen Straßen unterwegs sein. Angesichts der Neuzulassungen der vergangenen Jahre erweist sich diese Prognose jedoch mehr als optimistisch: Elektrisch betriebene Fahrzeuge stellen im Vergleich zu fossilen Antrieben eine absolute Minderheit im aktuellen Fahrzeugbestand dar. 2011 entschieden sich nur 0,8 Prozent, d. h. 2.154 aller Neufahrzeugkäufer für einen PKW mit Elektro- oder Hybridantrieb. Zwischen 2006 und 2009 lag die Anzahl der Neuzulassungen von Personenkraftwagen mit Elektroantrieb jeweils bei unter 200, erst 2010 begann der Aufwärtstrend mit 541 Neuzulassungen. Die Grafik von ZUKUNFT MOBILITÄT basiert auf den Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes und zeigt den Aufwärtstrend beim Bestand der zugelassenen Elektrofahrzeuge.

Jahr Zugelassene Elektrofahrzeuge
2002 2.534
2003 2.348
2004 2.169
2005 2.038
2006 1.931
2007 1.790
2008 1.436
2009 1.452
2010 1.588
2011 2.307
2012 4.541

Im ersten Quartal des Jahres 2012 bleibt der Erfolg der E-Autos weiterhin aus. Von den insgesamt 737.636 Neuzulassungen entschieden sich lediglich 719 Personen für ein Elektroauto.

4. Großbritannien

Die Briten belegen mit 599 Neuzulassungen den vierten Platz. Beim Erwerb eines E-Autos erhalten sie für zahlreiche Modelle, die auf einer staatlichen Förderliste vermerkt sind, eine Kaufprämie von 5.000 Pfund. So wird beispielsweise der Tesla Roadster nicht bezuschusst – Kunden in Japan erhalten für den Sportwagen hingegen rund 30.000 Euro für den Kauf. Ähnlich wie in Norwegen sind die Fahrer von Elektroautos von der Citymaut befreit (zwischen 7.00 und 18.30 Uhr fünf Pfund) und auch beim Tanken gibt es Vorteile: Gegen ein geringes Jahresentgelt können die Fahrzeuge an den zahlreichen Elektroauto-Tankstationen Londons aufgeladen werden.

5. Österreich

In Österreich wurden 2011 347 neue Elektrofahrzeuge zugelassen. Deren Kauf ist von der Normverbrauchsabgabe (NoVA) in Höhe von maximal 16 Prozent befreit und auch die motorbezogene Versicherungssteuer entfällt. Darüber hinaus sind die Spritpreise vergleichsweise niedrig und Versicherungsgesellschaften gewähren oftmals einen Nachlass von zehn bis 20 Prozent für die Versicherung von Elektrofahrzeugen. In einigen Bundesländern und Gemeinden gibt es zusätzliche Förderungen: Hausbesitzer mit Photovoltaikanlagen können ihren Autostrom selbst herstellen. Wenngleich die Anschaffungskosten hierfür beträchtlich sind, lohnt sich der Aufwand auf Dauer.

6. Dänemark

Dänemark verfolgt eine ähnliche Strategie wie der nordische Nachbar Norwegen: Die Zulassungs- und Mehrwertsteuer entfällt beim Kauf eines Elektrofahrzeugs, in der Innenstadt Kopenhagens parken E-Autos kostenlos. Darüber hinaus können die Steuerersparnisse einer (Studie des Marktbeobachters Jato Dynamics) zufolge bis zu 20.000 Euro betragen. Aufgrund dieser Vorteile wurden 2011 283 Neuzulassungen registriert.

7. Niederlande

Obwohl die Niederlande ein vergleichsweise kleines Land ist, wurden 2011 genau 269 Elektrofahrzeuge angemeldet. Als Kaufanreiz entfallen KFZ- und Luxussteuer und die Käufer von E-Autos erhalten einen bevorzugten Zugang zu Parkplätzen. Darüber hinaus umgehen die Besitzer von Elektroautos die teuren Benzinpreise, die in den Niederlanden höher sind als im restlichen Europa.

8. Spanien

Spanien belegt mit 122 Neuzulassungen im Jahr 2011 den achten Platz im europäischen Vergleich. Um den Verkauf von Elektroautos anzukurbeln, hat die spanische Regierung zahlreiche Maßnahmen verabschiedet, um Kaufanreize für Elektroautos zu schaffen. Z. B. wird einem Gesetz zufolge der Kauf von Elektrofahrzeugen mit bis zu 25 Prozent des Kaufpreises (ohne Steuern), maximal mit bis zu 6.000 Euro subventioniert. Dies gilt sowohl für Unternehmer als auch für Privatpersonen.

9. Schweden

Die Vision der schwedischen Regierung ist nicht ganz so optimistisch wie die ihres deutschen Pendants. Die Schweden erwarten für das Jahr 2030, dass die Mehrheit der Fahrzeuge ohne fossile Brennstoffe auf den Straßen unterwegs sein wird, legen sich dabei aber nicht auf konkrete Zahlen fest. Ein leichter Anstieg ist bereits jetzt zu verzeichnen: In der erssten Jahreshälfte 2012 liegt der Absatz bei Elektrofahrzeugen mit 114 Fahrzeugen knapp über dem Vorjahresniveau (111 Fahrzeuge).

10. Italien

Das Interesse der italienischen Käufer ist hinsichtlich der Elektrofahrzeuge noch relativ gering. 2011 gab es lediglich 103 Neuzulassungen, womit Italien den letzten Platz in der Top 10 der Neuzulassungen für Elektrofahrzeuge in Europa belegt. Dabei beträgt die Förderung 3.500 Euro, hinzu kommen diverse Steuererleichterungen wie eine fünfjährige Befreiung von der Haltersteuer und auch danach muss Käufer nur einen verminderten Satz entrichten. Die Stadt Parma bietet hierbei die größte Förderung: Im Zuge eines neuen Modellprojekts erhalten Käufer eines Elektromodells bis zu 6.000 Euro.

Im Auftrag von autokredit.org. Weiterführende Infos.

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