AFIR 2030 im Überblick: So passen E-Lkw-Touren ins TEN-T-Ladenetz

19. Sep. 2025
AFIR 2030 im Überblick: So passen E-Lkw-Touren ins TEN-T-Ladenetz

Wer heute Ladefenster für e-Lkw und e-Transporter plant, muss nicht bei Null anfangen: In den Inseraten und Einsatzprofilen zeigt sich, wie Flotten tatsächlich fahren – vom städtischen Verteilerverkehr über regionale Linien bis zu ersten Fernverkehrs-Piloten. Diese Routenmuster sind der ideale Ausgangspunkt, um Lade- und Schichtpläne mit den AFIR-Vorgaben bis 2030 zu verzahnen.

Was AFIR bis 2030 verlangt (Kurzüberblick)

Auf dem TEN-T-Kernnetz schreibt AFIR bis Ende 2030 in rund 60-Kilometer-Abständen HDV-Schnellladepools je Fahrtrichtung vor, mit hoher Gesamtleistung, damit mehrere Sattelzüge parallel laden können; auf dem umfassenden TEN-T-Netz gilt ein größerer Raster. In Urban Nodes wächst die geforderte Gesamtladeleistung in Stufen, und sichere Lkw-Parkplätze werden bis 2030 mit zusätzlichen fest installierten Ladepunkten ausgerüstet. Ergänzend sieht AFIR ab 2030 eine Wasserstoff-Versorgung in allen Urban Nodes und entlang des TEN-T-Kernnetzes in typischen Korridorabständen vor.

KPIs & Tools, die jetzt zählen

  • Wartezeit je Ladevorgang (Queue Time) und genutzte kW je Fenster statt nur kWh/100 km
  • First-Attempt-Success (Station funktioniert/akzeptiert Zahlung ohne Umweg)
  • Grid-SLA am Standort (Fehlerrate/Downtime)
  • SoC-Stabilität nach Vorkonditionierung
  • Anteil planbarer Ladefenster an allen Stopps

Drei Planungsmuster aus der Praxis

  1. Depot-First (City/Regional): Touren ≤ 250–300 km/Schicht, Overnight-Depotladen deckt den Grundbedarf; unterwegs nur seltene HPC-„Top-ups“. Typisch für KEP, Lebensmittel, Kommunaltechnik.
  2. Hybrid (Regional+Korridor): Regelmäßige HPC-Stopps in planbaren Zeitfenstern (z. B. am Umschlag). Wichtig sind Standorte direkt am TEN-T und verlässliche Leistung – Wartezeiten zerstören den TCO-Vorteil.
  3. Early Long-Haul (Pilot): Längere Distanzen mit HPC-Hubs entlang Kernkorridoren; perspektivisch H₂-Korridore für enge Zeitprofile. Lade-/Tankfenster werden zu „Zwangspunkten“ im Routing.
    1. So dimensionieren Sie Ladefenster

      Planen Sie vom Einsatzprofil rückwärts: Definieren Sie Start- und Ziel-SoC, berücksichtigen Sie Stop-and-Go-Anteile, Topografie und Temperatur, und übersetzen Sie das in eine realistische Reichweiten- und Pufferplanung. Entscheidend ist nicht nur die Energiemenge, sondern die Leistung am Stopp: Für HDV-Zwischenladungen sollten einzelne Ladepunkte hohe DC-Leistungen bereitstellen, während der Pool als Ganzes genügend kW vorhält, um parallele Ladevorgänge ohne Einbrüche zu ermöglichen. Binden Sie Thermomanagement und Vorkonditionierung in die Zeitplanung ein – das verkürzt reale Ladezeiten und stabilisiert die Ladeleistung. Sichere Lkw-Parkplätze eignen sich als verlässliche Anker im Tourenplan, weil dort definierte Grundleistungen verfügbar sind und Pausenfenster gut kalkulierbar bleiben. Legen Sie schließlich Fallback-Hubs im 60/100-km-Raster an und nutzen Sie Urban-Node-Kapazitäten als Überlauf bei Störungen oder Warteschlangen.